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Dharma-Tor

Hospiz-Projekt

Alles ist in stetiger Veränderung.
Was der Geburt unterworfen ist,
ist auch Alter, Krankheit und Tod unterworfen.
Was nicht der Geburt unterworfen ist,
ist jenseits von Veränderung, Leiden, Alter, Krankheit und Tod –
Es ist das Todlose, Ungeborene, Ungeschaffene, Nichtgewordene,
das Glückselige, die Loslösung, die offene Weite, der Frieden

Nach den Worten des Buddha

Tod?!
Der Buddhajünger gedenkt des Todes –
Immer wieder –
Unaufhörlich…

Der Tod als Freund
Der Tod – Tor zu besseren Welten
Der Tod – Tor zu höheren Welten
Der Tod – Tor zur Todlosigkeit
Todlosigkeit – Stützpunkt und Ziel
Todlosigkeit – Loslösung – frei sein von allem!

Und dann die Erkenntnis:
Es gibt ihn gar nicht wirklich – den Tod…

Ani Karma Tsultrim (im Jahr 1996)

Wir stellen den sozialen Teil unseres Stiftungs- und Zentrums-Projekts vor:

Anbau mit behindertengerechten Retreat-Räumen und der Nutzung als Hospiz
Unterstützung von Betreuern und Hospizhelfern
durch Fortbildung, Meditation, Geistesschulung und Gespräche


Die Idee für das Projekt entsprang der Notwendigkeit und dem Wunsch unseres Sangha, einen Beitrag zu leisten, um die bestehende Lücke für die spirituelle Betreuung von Kranken, Behinderten und Sterbenden, die den Budddhadharma praktizieren, zu verkleinern. Sterbebegleitung auf der Grundlage der Lehre des Buddha bietet ein breites Spektrum an Hilfestellungen, Meditationsmethoden und ganzheitlichen Übungen des Frei-, Heil- und Glücklich-Seins, die gerade für Betroffene in der letzten Phase des Lebens besonders wichtig werden.

Für Mitarbeiter bei einem solchen Projekt gilt: Im Vordergrund einer Betreuung von behinderten und sterbenden Menschen steht die eigene Praxis, um Fähigkeiten wie Achtsamkeit, mitfühlende liebende Güte, Energie, Klarsicht, Ausgeglichenheit und ein gewisses Maß an innerer Befreiung zu entwickeln und zu vervollkommnen. Nur wenn wir in uns selbst diese Qualitäten spüren, sind wir fähig mit innerer Hingabe und Stabilität für andere da zu sein und ihnen in schwierigen Phasen des Lebens ein echter Weggefährte und Freund – ein Kalyanamitta – zu sein.

Buddha Relief

Das Dharma-Tor Projekt:

Träger des Projekts ist die gemeinnützige und mildtätige Dharma-Tor Stiftung.

Die spirituelle Betreuung liegt bei der Leiterin des Dharma-Tor Zentrums, Ani Karma Tsultrim, die auch stets in Kontakt zu Ringu Tulku Rinpoche und zu den buddhistischen Lehrern steht, die sie für dieses Projekt als Berater und Ausbilder gewonnen hat. Sangha-Mitglieder, die sich für die Hospiz-Arbeit interessieren und auf der Grundlage ihrer eigenen Praxis eine entsprechende Stabilität in ihrer Persönlichkeitsstruktur erlangt und notwendige Praxismethoden geübt haben, können sich als Hospizbegleiter weiterbilden. Eine solche Ausbildung soll mit Unterstützung von erfahrenen buddhistischen Lehrern und Hospizhelfern im Jahr 2011 in Form von Vorträgen vorbereitet werden und dann mit entsprechenden Kursen anlaufen.

Das Behinderten- und Hospiz-Projekt soll einerseits die Möglichkeit eines zeitweisen Aufenthalts für behinderte Menschen in meditativem Rückzug bieten, andererseits auch die spirituelle Betreuung Sterbender zu Hause und im Zentrum umfassen. Für den Aufenthalt im Zentrum stehen nach Fertigstellung des Anbaus zwei behindertengerechte Zimmer, Küche und Bad zur Verfügung.

Die notwendige medizinische Versorgung im Zentrum soll über Hausärzte nach Wahl des Patienten und über ambulante Pflegekräfte der örtlichen Sozialdienste und damit über die Krankenkassen wie bei einer Pflege zu Hause geregelt werden.

Zwei Zimmer für Besucher und Betreuer wie Freunde und Angehörige bzw. für einen Behindertenbetreuer, Hospizbegleiter oder eine Pflegekraft für Rund-um-die-Uhr-Pflege werden für die Notwendigkeit von Intensivpflege im Behinderten-/Hospiz-Anbau vorhanden sein.

Programm für die Weiterbildung: Aus- bzw. Fortbildung, sowie Gespräche, Meditationsangebot und Geistesschulung für Hospizbegleiter sollen in nächster Zeit ein Teil unseres Veranstaltungs-Angebots im Zentrum werden.

Unsere Stiftung hat auch einen Sozialfonds, der Spenden für finanziell bedürftige Behinderte bzw. Kranke erhalten und entsprechend verwenden darf, um eine gute ganzheitliche Betreuung und Versorgung auch unter Einsatz von alternativen Heilmethoden zu gewährleisten, falls dadurch die Lebensqualität verbessert und Leiden vermindert werden kann.

Tod und Vergänglichkeit sind ein Teil des Lebens und eine Chance für inneres Wachstum und spirituelle Heilung. In diesem Sinn möchten wir nicht nur für Gesunde, sondern auch für Menschen mit Behinderung oder Krankheit und im Prozess des Alterns und Sterbens ganzheitliche Gesundheit durch Meditation und liebevolle Begleitung ermöglichen. Ebenso soll natürlich unser Angebot Meditation, Gespräche und mitfühlende Begleitung von Angehörigen umfassen.

Inhalte einer Ausbildung zum buddhistischen Hospizbegleiter für das Dharma-Tor:

Verständnis der Buddha-Lehre und entsprechender Praxismethoden, wie sie unser Studien-Retreat Programm beinhaltet

Alter, Krankheit und Tod als natürliche Prozesse der Veränderung und Vergänglichkeit
Die vier Edlen Wahrheiten vom Leiden, der Ursache des Leidens, der Aufhebung des Leidens und vom Weg zur Aufhebung des Leidens
Das Gesetz von Ursache und Wirkung, Karma und Leerheit
Die drei Pfeiler des Weges: Ethisches Verhalten, meditative Sammlung und Entfalten der innewohnenden Weisheit
Achtsamkeits- und Gewahrseins-Schulung und ihre Anwendung bei allen Tätigkeiten
Geistestraining in mitfühlender liebender Güte – Metta und Tonglen
Die Vollkommenheiten als Schulung in Bodhicitta und Stütze auf dem Weg
Stabilisierung der Gemütsruhe durch meditative Praxis
Das Verständnis des Sterbeprozesses, der Bardo-Lehren, und des befreiten Zustands
Visualisationsmethoden aus dem Vajrayana zur Erweckung der innewohnenden Qualitäten wie Liebe, heilende Kraft und Weisheit

Anwendung in der Begleitung behinderter und sterbender Menschen

Ruhe, Achtsamkeit, Freundlichkeit und Gelassenheit ausstrahlen
Zeit haben, einfach da-sein können, mit offenem Geist zuhören
Mit klarem Geist Situationen beobachten und erkennen
Körperempfindungen, Gemütszustand, Gefühle und Gedanken wahrnehmen lernen
Veränderungen erkennen und sich darauf einstellen
Emotional schwierige Situationen ausgleichen
Nähe und Distanz in gesunder Balance halten
Konflikte mit Gelassenheit und innerer Ruhe entspannen
Offen sein für Wünsche und Ansichten des Betroffenen
Keine eigenen Wertungen, Meinungen und gutgemeinten Ratschläge projizieren
Rechte Begleitung des Sterbeprozesses

Anwendung zum eigenen Schutz

Seine eigenen Kräfte richtig einschätzen
Grenzen erkennen und akzeptieren
Hilfe holen, wenn Hilfe notwendig ist
Mit eigenen Emotionen richtig umgehen
Jede Situation sehen und akzeptieren wie sie ist
Bereitschaft zur Kooperation und Supervision
Mit Kritik in richtiger, entspannter Weise umgehen

Medizinische, soziale und rechtliche Aspekte

Idee der Hospizbewegung
Der Sterbevorgang aus medizinischer und buddhistischer Sicht
Grundlegende Palliativmaßnahmen bei der Pflege von Sterbenden
Umgang mit Gefühlen Sterbender
Umgang mit Schmerz und Trauer
Buddhistische Abschiedsfeier
Patientenverfügung, Betreuungsvollmacht, Testament
Verschwiegenheit und Diskretion



Höre, was dein Körper
dir erzählen will
Fühle tief in dich hinein
Werde eins mit dir selbst
Werde heil in dir
Sei Ganz
Schick Licht und Liebe in die Welt
Mach Mitgefühl zu deinem
Herzens-Gebet


Ani Karma Tsultrim Janapriya
(Ingrid Hupfer-Neu)

Stiftungs- und Zentrums-Leitung








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